Herbstzuchtprüfung

Kreis Warendorf. Alljährlich im Herbst können Jagdhunde bei der Herbstzuchtprüfung ihre Eignung für den Jagdbetrieb und die Zucht unter Beweis stellen. So geschehen auch am Wochenende. Willi Geismann, Obmann für Hundewesen in der Kreisjägerschaft Warendorf, hatte am Samstag zur Herbstzuchtprüfung eingeladen. Insgesamt zwölf Hundebesitzer –darunter war sogar ein Teilnehmer aus Belgien angereist - hatten sich am Morgen um acht Uhr in Milte beim Gasthof Geismann eingefunden, um dann in Gruppen in die Reviere zu fahren.

 

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Vergangenes Wochenende stellten sich zwölf Hundeführer mit ihren Jagdhunden der Herbstzuchtprüfung.

Hier warteten die unterschiedlichsten Aufgaben auf die Vierbeiner. Bei der Suche beispielsweise mussten die Hunde im Feld und in der Deckung Niederwild, wie Hasen, Fasan oder Enten, aufspüren. Bei der Führigkeit wurde bewertet, wie der Hund mit seinem Führer zusammenarbeitet, und bei der Wasserarbeit musste der Jagdhund zeigen, dass er schussfest ist und eine Ente, die in dreißig Meter Entfernung in die Deckung geworfen wurde, finden, greifen und selbständig ohne weiteres Kommando seinem Führer zurückbringen kann. Hört der Hund das Kommando „Such, verloren, apport“ weiß er, dass er einer zuvor gelegten Schleppe folgen muss, um das entsprechende Haar- oder Federwild, Kaninchen oder Fasane, zu finden und es seinem Herrn zurückzubringen. Wie gut er das trainiert hat, stellte am Samstag der junge Münsterländer Niklas vom Reckenberger Land  geführt von Andreas König unter Beweis. Ganz aufgeregt und ungeduldig -  als wisse er um die Prüfungssituation - wartete der Hund auf die drei magischen Worte „Such, verloren, apport“. Als diese fallen, schießt der Jagdhund pfeilschnell und zielstrebig nach vorne. Mit der Nase am Boden verfolgt er exakt die ca. 400 Meter lange Schleppe, die Wertungsrichter Torsten Landwehr zuvor mit einem Kaninchen gezogen hat. In Nullkommanichts hat der Hund die Schleppe gefunden. Mit erhobenen Kopf bringt er das Kaninchen in der Schnauze tragend zu seinem Herrchen zurück und wartet so lange, bis er das Tier ablegen darf.

 


Gut gemacht. Der kleine Münsterländer Niklas vom Reckenberger Land hat die Schleppe erfolgreich aufgespürt und das Kaninchen zu seinem Herrchen, Andreas König zurückgebracht.

„Prima“, befindet Geismann nach dieser gelungenen Vorstellung. Und auch seine Richterkollegen Rita Lammers, Torsten Landwehr und die Richteranwärterin Sonja Kretschmer sind zufrieden. „Das, was hier so leicht aussieht, ist das Ergebnis harter und konzentrierter Arbeit mit dem Hund“, berichtet Lammers. Wie sie sagte, fange die Ausbildung der Jagdhunde, bei der es auf Konsequenz und Regelmäßigkeit ankomme,  normalerweise mit einem halben Jahr an. „Die Ausbildung eines Jagdhundes verlangt einen gewissen Ehrgeiz des Hundebesitzers und ganz viel  Geduld“, weiss die Wertungsrichterin aus eigener Erfahrung. Die Lorbeeren ihres Einsatzes durften am Ende des Tages acht Hundebesitzer einfahren. Dabei hat der Deutsch Drahthaar „Assia“, geführt von Josef Heumann, am besten abgeschnitten und mit 188 Punkten den Wanderpokal als Suchensieger gewonnen. Zweiter wurde der von Werner Schulte geführte Deutsch Drathaar „Ania“. Den dritten Platz gab es für die überzeugende Leistung des kleinen Münsterländers  „Nora vom Schützenknapp“, der von Robert Schulze Zumloh geführt wurde. Werner Geismann beglückwünschte die Jäger für ihre erfolgreiche Arbeit am und mit dem Hund und bat um Fortsetzung dieses Engagements.


Nach jeder Prüfungsaufgabe berieten sich die Wertungsrichter. Hier im Bild: Willi Geismann, Torsten Landwehr, Rita Lammers sowie Richteranwärterin Sonja Kretschmer.