Wildblumenäcker

Kreis Warendorf (gl). Spätsommeridyll an der Lambertistraße in Ahlen-Vorhelm: Auf der Wildblumenwiese von Hermann Stratmann summen die Bienen, es surren die Insekten, und Zitronenfalter fliegen unbeschwert zwischen den bunten, gelb, rot, lila und weiß blühenden Blumen hin und her. Dieses beschauliche Bild erfreut nicht nur das Auge des Betrachters. Der ca. 1000 Quadratmeter große Blühstreifen hat einen viel tieferen Sinn: Wildblumenäcker bieten dem Niederwild und Kleinlebewesen dringend benötigten Schutz und Rückzugsmöglichkeiten, sie liefern dem Wild Nahrung, wovon auch Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten gerne profitieren. Diese Vorteile weiß die Kreisjägerschaft Warendorf zu schätzen. Seit zehn Jahren schon führt sie die Saatgutaktion für Wildblumenwiesen durch, unterstützt die Hegeringe bei dieser Tier- und Naturschutzmaßnahme. „Wir haben in den letzten zehn Jahren bereits 40.000 Kilogramm Wildblumensaat im gesamten Kreis aufgebracht, haben in diesem Zeitraum über 4000 Hektar begrünt“, berichtet Herbert Winkelströter, Obmann für Naturschutz in der Kreisjägerschaft, beim jüngsten Ortstermin nicht ohne Stolz.

 

Wildblumenacker

Wildschutzflächen in Form von Wildblumenäckern haben viele Vorteile. Sie bieten dem Wild Rückzugsmöglichkeiten, Bienen und Insekten Nahrung und erfreuen zugleich das Auge des Betrachters. Schon seit zehn unterstützt die Kreisjägerschaft Warendorf in Kooperation mit dem Kreis und dem Landwirtschaftlichen Kreisverband die Saatgutaktion zur Errichtung der Wildschutzflächen. Im Bild: (v. l.) MdL Annette Watermann-Krass, Hermann Stratmann, Landrat Dr. Olaf Gericke, Dr. Hermann Hallermann, Hermann-Josef Schulze Zumloh, MdL Henning Rehbaum, Martin Sievers, Josef Roxel, Heinz Heselmann.

Wie er weiter bekannt gab, seien allein in diesem Jahr 3130 Kilogramm Saatgut von den Hegeringen im Kreis abgenommen worden. Winkelströter dankte in diesem Zusammenhang auch dem Kreis Warendorf, vertreten durch den Landrat, Dr. Olaf Gericke, der den Anbau der Wildblumenwiesen bereits seit sieben Jahren tatkräftig unterstützt. „Die 2.500 Euro sind gut angelegtes Geld“, befand Dr. Gericke. Dieser lobte bei dem Projekt insbesondere das Verbindende zwischen Naturschutz, Landwirtschaft, Jägerei und Tourismus. Annette Watermann-Krass, Landtagsabgeordnete der SPD, würdigte den Einsatz der Jägerschaft ebenfalls. Für sie tragen die Jäger mit dieser Maßnahme zur Artenvielfalt und zur Naturlandschaft bei. Henning Rehbaum, Landtagsabgeordneter der CDU, bekannte: „Wir zählen Jäger zu den Natur- und Tierschützern. Dr. Hermann Hallermann, der Erste Vorsitzende der Kreisjägerschaft Warendorf, freute sich über die Unterstützung seitens der CDU. In Anlehnung an das neue Jagdgesetz gab er in Richtung Watermann-Krass zu bedenken, dass Wildäcker nicht ausreichten, um die Artenvielfalt zu erhalten. „Wir brauchen auch die Prädatorenbejagung“, sagte Dr. Hallermann. Schließlich zögen die Wildäcker nicht nur Tiere an, denen die Jäger helfen wollten, sondern auch andere, die hier ihre Beute suchten. Ohne deren Bejagung wären die positiven Effekte der Wildblumenäcker schnell wieder zunichte gemacht, zeigt sich Dr. Hallermann überzeugt.

 


Wildschutzflächen in Form von Wildblumenäckern haben viele Vorteile. Sie bieten dem Wild Rückzugsmöglichkeiten, Bienen und Insekten Nahrung und erfreuen zugleich das Auge des Betrachters. Schon seit zehn unterstützt die Kreisjägerschaft Warendorf in Kooperation mit dem Kreis und dem Landwirtschaftlichen Kreisverband die Saatgutaktion zur Errichtung der Wildschutzflächen. Das Bild zeigt Vertreter der Kreisjägerschaft, der Hegeringe, des Kreises, des Landwirtschaftlichen Kreisverbands und der Politik.

Ein Bezug des Saatguts kann über die Firma Nebelung erfolgen:

http://www.nebelung.de

http://www.wildackersaaten.de