Jahreshauptversammlung

Kreis Warendorf (gl). Jäger haben in der Gesellschaft eine gewichtige Stimme. Nicht umsonst konnte der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Warendorf, Dr. Hermann Hallermann, zur Jahreshauptversammlung in der Everswinkler Festhalle neben zahlreichen Jägern auch diverse Honoratioren aus Politik,  Kreisverwaltung und Landwirtschaft begrüßen. Der stellvertretende Landrat Franz-Josef Buschkamp überbrachte die Grüße des Kreises. Dieser hob in seiner Begrüßungsrede die Bedeutung der Jagd für die Regulierung der Tierbestände hervor. Zugleich lobte Buschkamp den Einsatz der Jäger für den Erhalt der Lebensräume. Der Everswinkeler Bürgermeister Sebastian Seidel nahm den Faden auf. „Jagd bedeutet nicht nur das Erlegen von Tieren. Jäger setzten sich für die Hege und Pflege und den Naturschutz ein“. Seidel  dankte insbesondere dem Hegering Everswinkel für sein  Engagement in der Gemeinde, für die vielen tollen Aktionen, wie etwa die Jagdmesse im Herbst, die Hunderte Besucher angezogen habe.

 

jhv2016 4684

Dr. Hermann Hallermann, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, freute sich über die hohe Zahl der vertretenen Mitglieder.

Nachdem Dr. Hermann Hallermann seinerseits dem Kreis für die stets gute und konstruktive Zusammenarbeit auch in schwierigen Zeiten gedankt hatte, legte er in seinem Jahresbericht Zeugnis ab über die Aktivitäten  der Kreisjägerschaft im vergangenen Geschäftsjahr. Wie er der Versammlung verkündete, sei gegenwärtig der Umbau des Schießstands am Butterpatt die bedeutendste Aufgabe. 500.000 Euro würden investiert, um die Anlage für die Zukunft und für das Schießen mit bleifreier Munition zu rüsten. Um das Jungwild vor dem Mähtod zu bewahren, hat die Kreisjägerschaft 125 akustische Wildretter gekauft, die an die Mähwerke angebracht werden sollen. An der Finanzierung beteiligt sich das Amt für Planung und Naturschutz des Kreises Warendorf. „Das ist gut angelegtes Geld, um das Rehwild zu schützen“, so Dr. Hermann Hallermann zu den Wildrettern, die über die Hegeringe an die Landwirte und Lohnunternehmer verteilt werden sollen. Wie Dr. Hallermann weiter sagte, werde sich die Kreisjägerschaft gemeinsam mit dem Kreis auch erneut für Wildblumenflächen einsetzen.

 


CDU-Landtagsabgeordnete Henning Rehbaum, die SPD-Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass, Hermann-Josef Schulze-Zumloh, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Warendorf sowie die Ordnungs- und Rechtsdezernentin des Kreises Warendorf Petra Schreier machten den Jägern bei der Generalversammlung der Kreisjägerschaft in der Everswinkeler Festhalle ihre Aufwartung.

Im vergangenen Jahr wurden von der Kreisjägerschaft - Hallermanns Dank galt hier vor allem dem Obmann für Hundewesen, Willy Geismann - neun Hundeprüfungen durchgeführt. Daran haben 25 Jagdhunde teilgenommen. Ein Höhepunkt des Jahres sei der Kreiswettbewerb im Jagdhornblasen gewesen, der vor der malerischen Kulisse der Ennigerloher Mühle stattgefunden habe. Als Vorzeigeprojekt betitelte Dr. Hermann Hallermann die von Martin Sievers, dem Geschäftsführer der Kreisjägerschaft, betreute Rollende Waldschule. Diese sei 180 Mal in Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen im Einsatz gewesen. „Es ist die beste Arbeit, die wir vor Ort leisten können, um Menschen aller Altersklassen die Jagd und die Natur näher zu bringen“, so der Vorsitzende. In seinem Jahresbericht ging Dr. Hallermann auch auf den jüngsten Jungjägerkurs ein, an dem 29 Frauen und Männer teilgenommen hätten. Ein Lob Hallermanns ging zudem an Claudia Bockenhüser, die Obfrau für Jägerinnen, die stets zahlreiche attraktive Angebote für die Jägerinnen unterbreitet.

 

Im Anschluss an den Jahresbericht bezog Dr. Hallermann kurz Stellung zum ökologischen Jagdgesetz. Wie er berichtete, habe man die 66.000 Unterschriften zusammen, die man der Präsidentin des Landtags als Zeichen des Protests  in Bälde übergeben werde. „Wir können das Gesetz nicht ändern, aber in der Diskussion halten. Das Jagdgesetz soll Thema im nächsten Wahlkampf bleiben“, sagte Dr. Hallermann. Er bezog zudem Stellung zur europäischen Feuerwaffenrichtlinie, die als Folge der Terroranschläge in Brüssel herausgegeben wurde. Dr. Hallermann sieht darin weniger ein geeignetes Instrument zur Terrorismusbekämpfung als vielmehr eine „weitere Belastung für legale Waffenbesitzer“. Am Ende seines Vortrags dankte Dr. Hallermann nochmals allen Obleuten für ihre geleistete Arbeit. „Es war ein spannendes Jahr, wir haben versucht unser Bestes zu geben“, so der Vorsitzende. Im Anschluss legte Schatzmeister Elmar Westarp-Nordhus den Kassenbericht der Kreisjägerschaft vor. Es folgte der Bericht der Kassenprüfer sowie die einstimmige Entlastung des Vorstands. Da ab dem 1. April NRW-weit nur noch mit bleifreier Munition gejagt werden darf, hat sich der Büchsenmacher Gunnar Petrikat, Mitarbeiter der Firma Ruag, intensiv mit den Vor- und Nachteilen bleifreier Büchsenmunition beschäftigt. In seinem einstündigen, hoch informativen Vortrag setzte er die Jägerschaft detailliert ins Bild.

 


Die Jagdhornbläsercorps unter der Leitung von Dominik Lübbecke sorgte für den musikalischen Rahmen.

Ehrungen

Vor dem offiziellen Start der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft werden im Gasthaus Diepenbrock traditionell die Jäger geehrt, die sich um die Förderung des Jagdwesens besonders verdient gemacht haben. In diesem Jahr zeichnete der Vorsitzende Dr. Hermann Hallermann Dietrich Schedensack und Martin Sievers mit der Verdienstmedaille in Silber des Landesjagdverbandes aus. Dietrich Schedensack unterstützt die Kreisjägerschaft sehr engagiert im Bereich der neuen Medien. „Das ist bei mir ein weißer Fleck, Dietrich erfüllt ihn mit Farbe“, so Hallermann. Er dankte Schedensack, dem Pensionär mit Achtstundentag, zudem für die Bildschirmpräsentation, die dieser alljährlich für die Generalversammlung zusammenstellt. Nicht zu vergessen ist das Engagement Schedensacks im Damwildring und im Hegering Ostbevern. Martin Sievers leiste mit der Rollenden Waldschule, die im vergangenen Jahr 180 Mal im Einsatz war vorbildliche Arbeit. Zudem nimmt er noch zahlreiche geschäftsführende Aufgaben wahr. Über die Silberne Verdienstmedaille des Deutschen Jagdverbands konnten sich Joachim Fricke, Jürgen Kalisch und Herbert Winkelströter freuen. Joachim Fricke hat sich 25 Jahre lang um die Ausbildung der Jungjäger im Schießwesen verdient gemacht. „Es war mir eine Verpflichtung, jetzt ist es Zeit, das Ruder in jüngere Hände zu geben“, so Fricke. Herbert Winkelströter hat das Amt des Obmanns für Naturschutz in der Kreisjägerschaft Warendorf über 17 Jahre lang ausgeführt. Und dafür gebührte ihm der Dank der Kreisjägerschaft. Gleiches gilt für Jürgen Kalisch, der 25 Jahre lang Geschäftsführer der Kreisjägerschaft und 15 Jahre lang Leiter des Hegerings Warendorf war. Einen Blumenstrauß gab es zudem für die gute Seele in der Kreisjägerschaft Margret Cremann, die seit 2009 mit zum Team gehört und das Büro der Kreisjägerschaft managt.  

 


Für ihre besonderen Verdienste um Naturschutz und Jagd wurden einige Jäger besonders geehrt. Im Bild (v. li.) Herbert Winkelströter, Joachim Fricke, Margret Cremann, Dr. Hermann Hallermann, Dietrich Schedensack, Martin Sievers, Jürgen Kalisch, Josef Roxel, Gaby Mackenberg und Elmar Nordhus-Westarp.