Kreisbläserwettbewerb

Sassenberg (dor). Gerd Suermann, Leiter des Hegerings Ennigerloh-Neubeckum, strahlte am Sonntag mit der Sonne um die Wette. Die Kreismeisterschaft im Jagdhornblasen, die erstmals in der Drubbelstadt stattfand, war ein voller Erfolg. 21 Gruppen mit 263 aktiven Jagdhornbläsern traten in fünf verschiedenen Wertungsklassen gegeneinander an, verwöhnten die Zuhörer und -schauer mit ihren Jagdhornklängen und ihrer adretten Erscheinung. 

 

2015 kreisblaeserwettbewerb 3141

Vor der wunderbaren Kulisse der Ennigerloher Windmühle fand am Wochenende der kreisweite Wettbewerb im Jagdhornblasen statt.

„Und an. Und ab. Stillgestanden, Augen geradeaus. Rührt Euch“. Nanu! Eine Bundeswehrübung an der Ennigerloher Mühle? Weit gefehlt. An einem ruhigen Eck vor dem Realschulgebäude steht die Leiterin der Jagdhornbläsergruppe des Hegerings Milte-Einen, Gerburg Niehoff, inmitten ihrer Bläser  und gibt Kommandos. „Wir bereiten uns hier geistig auf unseren Auftritt vor“, lächelt Niehoff. Sie weiß, dass die Synchronität der Gruppe mit zum Gesamteindruck zählt. Und der geht bei der Kreismeisterschaft genauso in die Wertung ein wie das notengerechte Blasen und die Reinheit der Töne. Mit „flatternden Händen“, „nervösen Knien“ und einem „erhöhten Herzschlag“ – so ein paar der genannten Symptome – machen sich die Milter wenig später auf den Weg, um vor der wunderbaren Kulisse der Ennigerloher Mühle, fünf Signale vor der fünfköpfigen Jury zu blasen. Um eine neutrale und gerechte Wertung zu gewährleisten, kommen die Wertungsrichter, vor denen jeweils ein Notenblatt liegt, nicht nur aus NRW.

 

Auch aus Hessen und Rheinland-Pfalz ist ein Vertreter vor Ort. Josef Füchtenkord, Birthe Lütke-Bornefeld, Helmut Trippen, Jürgen Keller sowie Dr. Carlo Caspari haben kaum Augen für das bunte Geschehen um sie herum. Ihre volle Aufmerksamkeit gehört den Jagdhornbläsern. „Man muss sich schon sehr konzentrieren und gut aufpassen, schließlich kann man nichts wiederholen“, sagt etwa Josef Füchtenkord. Da sie nicht wissen, wie ihre Kollegen gewertet haben, lassen sie sich am Ende genauso von den Siegern überraschen wie Teilnehmer und Zuschauer auch. Noch bevor überhaupt die die neuen Kreismeister verkündet sind, bescheinigt Juror Füchtenkord den Jagdhornbläsern ein „leistungsmäßig hohes Niveau“. Günther Lunemann, Obmann für das jagdliche Brauchtum, kann das nur bestätigen. Seiner Meinung nach ist nicht nur die Qualität spitze. „Mit dem Kreiswettbewerb hat die Kreisjägerschaft Warendorf auch fast so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal“. Außer dem Wettbewerb im Kreis Warendorf sei ihm ein vergleichbarer Kräftemessen nur aus Borken bekannt.

 

Seit 1975 treten die Jagdhornbläser des Kreises Warendorf alle zwei Jahre an unterschiedlichen Orten gegeneinander an. In Ennigerloh fand die Kreismeisterschaft zum ersten Mal statt. „Wir waren einfach dran, haben uns nicht gewehrt und haben es gerne gemacht“, sagt Gerd Suermann, Hegeringleiter Ennigerloh-Neubeckum gut gelaunt. „Es ist super gelaufen, das Wetter hat mitgespielt, die Teilnahme war sehr gut, wir sind sehr zufrieden“, bilanziert Suermann, der mit seinem Vorstandsteam für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgte. Für Speis und Trank war ebenso gesorgt, wie für die Unterhaltung der jungen Besucher. Diese konnten sich beim Spielen auf dem Schulhof der Realschule austoben oder ihr Wissen um Jagd und Natur am Stand der Rollenden Waldschule vertiefen. 


Elmar Lietmann, Hegeringleiter Milte-Einen, und Gerd Suermann, Hegeringleiter Ennigerloh-Neubeckum, genossen das Ambiente, das Wetter, die gute Stimmung und das Geschehen beim Kreiswettbewerb im Jagdhornblasen.

Siegerehrung 

 

Nach einem beeindruckenden Kürblasen aller teilnehmenden Jagdhornbläser nahmen Dr. Hermann Hallermann, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, Gerd Suermann und Günther Lunemann die Siegerehrung vor. Hierbei wurde schnell die Dominanz des Hegerings Ahlen deutlich. Sowohl in der Wertungsklasse C, in der die Ahlener Jungbläser im Alter von sechs bis elf Jahren antraten, als auch in der Wertungsklasse B und C holten sich die Ahlener den Titel. In der Wertungsklasse G hingegen siegten die Jagdhornbläser des Hegerings Warendorf-Freckenhorst-Hoetmar. Lunemann, Suermann und Dr. Hallermann gratulierten allen Siegern und Teilnehmern zu ihrem Erfolg. Zugleich bedankten sie sich für die Teilnahme und das Engagement der Jagdhornbläser für das jagdliche Brauchtum. „Sie alle leisten bei ihrer Tätigkeit in der Kreisjägerschaft einen wichtigen Dienst. Das Jagdhornblasen ist aktive Pflege des jagdlichen Kulturguts“, so Dr. Hallermann. Jagdliche Signale seien ein bedeutsamer Bestandteil der Verständigung auf der Jagd und damit der Gewährleistung einer sicheren Jagdausübung. Außerdem würden gerade die Jagdhornbläser die Jäger durch ihre Auftritte auf Hubertusmessen, Demonstrationen und auf Wettbewerben regional und überregional öffentlichkeitswirksam vertreten, zollte Dr. Hallermann den Jagdhornbläsern seinen Respekt.

 

Auf der privaten Google Picase-Webseite von Herrn Schedensack finden Sie Eindrück der Veranstaltung. Die Fotos wurden von Dorit Reimann und Theresia Lietmann fotografiert.

https://picasaweb.google.com/106013371413805414794/KJSWettbewerbJagdhorn2015169?authkey=Gv1sRgCOv08uS6zdLPzQE


Ihren ersten Auftritt legte der Bläsernachwuchs des Hegerings Ahlen bravourös hin. Sie holten sich in der Wertungsklasse C den ersten Platz und somit den Titel.