Hundetag bei der Jungjägerausbildung

Kreis Warendorf/Ahlen. Jagdhornmusik und Hundegeläut - der Karfreitag ist traditionell der Hundetag der Kreisjägerschaft Warendorf bei der Ausbildung der angehenden Jungjäger. 45 Teilnehmer bereiten sich derzeit auf das „grüne Abitur“ vor. „Die Nachfrage ist wieder steigend. Das ist sehr erfreulich. Auch, dass  so viele junge Leute darunter sind“, sagte Ausbilderin Helga Winkelströter. Am Prozessionsweg in Ahlen hatten die Lehrgangsteilnehmer kurz vor ihren Prüfungen jetzt die Gelegenheit, Jagdhunde vieler Rassen in Augenschein zu nehmen und deren Arbeit hautnah zu erleben. „Passt gut auf, zu den Hunden stehen Fragen in den Prüfungen an“, mahnte die Ausbilderin.

Blaeser

Die Jagdhornbläser spielten zur Begrüßung des Unterrichtstags.

Die größte Gruppe der gezeigten Jagdhunde bildeten die Vorstehhunde, die dem Jäger durch „das Einfrieren in den Bewegung“ signalisieren, dass sie Wild aufgespürt haben. Herbert Winkelströter demonstrierte mit Hilfe einer Reizangel, an der für den Hund eine Fasanenschwinge spielerisch gezogen wird, wie dieses Verhalten aussieht.

Gefiederter Jagdgehilfe: Michael Denno aus Ahlen hatte seinen Harris Hawk (Wüstenbussard) mitgebracht.

 

Die heimischen Rassevertreter - Deutsch Drahthaar, Deutsch Kurzhaar, Deutsch Langhaar, der Große und der Kleine Münsterländer, der Griffon, der Weimarer in seinen verschiedenen Farbschlägen und Fellvarianten - durften bei der Vorführung nicht fehlen. Eher selten ist dagegen der Pudelpointer, den die Jungjäger zu sehen bekamen. Dazu kamen der ungarische Viszla in der rau- und kurzhaarigen Variante sowie der britische Pointer. „Unsere Hunde sind Vollgebrauchshunde, die beschäftigt werden müssen“, erklärte Jäger Josef Niemann aus Westbevern, der Deutsch Kurzhaar führt. „Wer so einen Hund anschaffen will, sollte sich gut überlegen, ob er dem Arbeitseifer gerecht wird und das Tier auslasten kann.“

Josef Niemann aus Westbevern präsentierte seine beiden Deutsch Kurzhaar und erklärte deren Arbeitsweise auf der Jagd.

 

Wie so eine Arbeit, etwa die Suche nach erlegtem Wild, nahezu perfekt aussieht, zeigte Markus Franke aus Everswinkel, der seinen in Ausbildung befindlichen Deutsch Drahthaar mit dem kurzen Kommando „Such voran“ auf die Schleppe zum Apportieren schickte. Mit Pfiffen und Handzeichen - dem sogenannten Einweisen - wurden dagegen die Labradore, zur Arbeit geschickt. Sie gelten ebenso wie der Flat Coated Retriever als Apportier- und Wasserspezialisten. „Diese Hunde zeichnet der Wunsch, aus zu gefallen“, erklärte Brigitte Linnemann aus Ennigerloh den Jungjägern. Der „will to please“ wie der Fachmann sagt. Zur Gruppe der Bauhunde, also für die Jagd unter der Erde auf Fuchs, Dachs oder auch Kaninchen, zählten der Rauhaar- und ein Kurzhaardackel, zu den Stöberhunden, die Wild aus der Deckung treiben, der Welsh Springer Spaniel.
Eine Besonderheit zeigte an diesem Morgen Falkner Michael Denno aus Ahlen, der sich auf die Beizjagd spezialisiert hat. heißt: Er geht mit Hund und Falken auf die Jagd. eine Jagdform, die echter Passion bedarf, denn: „Sie verbringen weit mehr Zeit mit dem Vogel, als mit ihrer Familie“, erklärte Denno. Die Ausbildung eines Greifvogels sei extrem zeitintensiv, und auch außerhalb der Jagdzeit bedürfe der Vogel intensiver Arbeit, um nicht wieder zu „verwildern“.

45 Jungjäger bereiten sich derzeit auf ihre Prüfung vor. Am Karfreitag trafen sie sich in Ahlen, um sich über die verschiedenen Jagdhunderassen zu informieren.

 

Der Hundetag war kurzweiliger Anschauungsunterricht in der freien Natur, den die Prüflinge mit Applaus belohnten. Ende des Monats müssen die Jungjäger nun beweisen, was sie gelernt haben. Am 28. April stehen die schriftlichen Prüfungen an, am 29. April das Schießen, in der ersten Maiwoche, die mündlichen Prüfungen.